London (im Regen)




Bei unserem England-Roadtrip fuhren wir zweimal mit dem Zug von Eynsford nach London hinein. Ich war dieses Jahr nicht zum ersten Mal in London, sondern habe diese besondere Stadt in 2011 schon einmal für 5 Tage besucht. Da ich damals nicht darüber schrieb, versuche ich jetzt alle Tipps und Erfahrungen aus beiden Besuchen zusammenzufassen und einen möglichst umfassenden Überblick über alle Sehenswürdigkeiten und Alternativen für ein verregnetes London zu geben.
Bei beiden Besuchen in England regnete es andauernd und darum sind meine Fotos häufig von grauem Himmel geprägt. Wir versuchten den Aufenthalt trotzdem zu genießen und das Beste daraus zu machen.

Ein allgemeiner Tipp vorweg

Das England und vor allem London sehr teuer ist, weiß wohl jeder. Selbst um sich Kirchen anzuschauen muss man teilweise Eintritt zahlen (z.B. für die St. Paul‘s Cathedral). So können die Kosten für einen Urlaub in London sehr schnell ins unermessliche steigen. Wenn man sowieso eine Fahrtkarte für die U-Bahn kauft, dann gibt es die Möglichkeit bei vielen Attraktionen etwas Geld zu sparen.
Von nationalrail werden 2for1 Voucher angeboten. Seid ihr also zu zweit, bezahlt ihr mit diesen Voucher nur den Eintritt für eine Person. Ich informierte mich vorher im Internet darüber und wir holten uns dann einen Flyer in der Victoria Station (es gibt sie aber auch anderen größeren Stationen (und manchmal auch an kleinen, einfach mal die Augen offen halten)). Die Voucher gelten für die im Flyer aufgeführten Attraktionen. Es sind nicht immer dieselben Attraktionen vertreten. So gab es 2011 für das London Eye kein Voucher, 2014 hingegen schon.
Beim Bezahlen für die jeweilige Attraktion gibt man einen ausgefüllten Voucher ab (entweder die richtige Adresse eintragen oder eine ausdenken; es kümmert eigentlich niemanden) und zeigt evtl. noch das Tubeticket vor (mussten wir z.B. gar nicht). Wir nutzten die Voucher für Madame Tussauds, es klappte einwandfrei und wir sparten eine Menge Geld!


Sightseeing (bei Nacht)

London hat so einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Was aber tun, wenn es einfach die ganze Zeit regnet? Selbst der hübsche Big Ben macht sich nicht mehr so gut, wenn auf jedem Foto der gleiche graue Himmel zu sehen ist. Mein Tipp: Sightseeing bei Nacht. Bei Nacht interessiert das Wetter vom Tag nicht. Die tollen Beleuchtungen können sich in den Wasserpfützen auf den Straßen spiegeln. Das sind Fotos, mit denen man Zuhause angeben kann. Ist doch egal, ob es den ganzen Tag über grau war...


LONDON EYE

Habe ich schon einmal erwähnt, das ich einen absoluten Faible für Riesenräder habe? Ich liebe sie einfach. Gibt es eines auf einem Jahrmarkt, dann muss ich einfach damit fahren. Egal, ob die Tickets vollkommen überteuert sind. Egal, ob ich dafür gefühlte Ewigkeiten bei Regen in der Kassenschlange stehen muss.
Genau so geht es mir, wenn ich meine Kamera dabei habe, das Licht langsam weniger wird und die Beleuchtung des Riesenrads eingeschaltet wird. Gebt mir ein Stativ und ich bin die nächsten fünf Stunden damit beschäftigt das Riesenrad aus jeglich denkbarer Sicht und Position abzulichten.
In London hatte ich leider kein Stativ dabei (ich ließ es in Eynsford zurück, da es mir zu klobig und schwer war, um es den ganzen Tag herum zu tragen), was mich aber nicht daran hinderte dutzende Fotos freihand vom London Eye zu machen. In unserem Flur hängt bereits eine Nachtaufnahme vom London Eye, die ich 2011 machte und die minimal unscharf ist. Wirklich nur minimal, aber auf einem Poster sieht man eben alles. Ich wollte unbedingt eine scharfe Nachtaufnahme vom London Eye und hier ist sie nun. Auf der kleinen Aufnahme sieht man es nicht so gut, aber in Originalgröße ist das Foto schon sehr scharf (vor allem für den Umstand, dass ich eben kein Stativ oder eine Stütze verwendete). Leider ist auf dem Foto ein ziemliches Rauschen zu sehen... Plan für den nächsten Londonbesuch: Nachtaufnahme vom Londoneye, die knackig scharf ist und nicht rauscht...

Ich empfehle euch unbedingt (!) eine Fahrt mit dem London Eye. Der Preis mag im ersten Moment etwas abschrecken (denkt hier an die 2for1 Voucher), aber ich verspreche euch, es lohnt sich (sogar im Regen)! Eine Fahrt dauert ca. 25 Minuten und das Riesenrad bewegt sich recht langsam, so dass man in diesen 25 Minute einen unglaublichen Blick auf London erhaschen kann. 2011 hatten H. und ich Glück und durften eine zweite Runde kostenlos fahren, in dem wir ein paar Fragen zu einer Umfrage beantworteten. Auf der ersten Runde machten wir nur Fotos, Fotos, Fotos. Auf der zweiten machten wir es uns auf einer der Bänke in der Gondel bequem und genossen die Aussicht. So schön! Für alle die Höhenangst haben und deshalb vielleicht nicht mitfahren möchten: H. leidet auch an Höhenangst, sie fühlte sich in den abgeschlossenen Gondeln aber sehr sicher.


HOUSES OF PARLIAMENT (VOM LONDON EYE AUS GESEHEN)


HOUSES OF PARLIAMENT / BIG BEN


WESTMINSTER ABBEY


BIG BEN

Drei Klassiker, die man auf seinem Londonbesuch auf jeden Fall gesehen haben sollte. Praktischerweise liegen sie in direkter Nähe beim London Eye und man kann sie von dort fußläufig erreichen. Nachdem man diese tollen Bauwerke bewundert hat, bietet sich ein Spaziergang an der Themse an (bei Regen gerne mit Regenschirm, macht trotzdem Spaß) - aber bitte nicht auf die Idee kommen, von dort bis zur Tower Bridge zu laufen (die Entfernung wird gerne unterschätzt).
(Übrigens heißt nicht der Turm Big Ben, sondern die größte der fünf Glocken im Turm. Der Turm heißt eigentlich Elizabeth Tower. Ich nenn den Turm trotzdem weiter Big Ben...)


TOWER BRIDGE

Und noch ein Klassiker. Die Tower Bridge ist neben dem Big Ben die Sehenswürdigkeit, die ich sofort mit London verbinde.


Neben den hier gezeigten Sehenswürdigkeiten hat London natürlich noch einiges mehr zu bieten, wie zum Beispiel den Buckingham Palace oder die St. Paul's Cathedral, aber der Beitrag würde noch fotolastiger werden als er eh schon ist, wenn ich diese Fotos auch noch alle zeige. Wenn ihr die typischen Sehenswürdigkeiten Londons abklappern wollt, empfehle ich euch den Bus. Allerdings nicht die absolut überteuerten Stadtrundfahrten, sondern die klassischen roten Doppeldeckerbusse (hat sowieso viel mehr Flair). Nehmt die Route 11 oder 15, die führen an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei (zumindest war es 2011 so, 2014 nutzten wir den Bus nicht) und steigt überall dort aus, wo es spannend aussieht.


Museen

Wenn es den ganzen Tag regnet, dann bietet sich ein Besuch in Londons vielzähligen Museen an. 2011 wollten wir in das British Museum, hatten allerdings unsere Koffer dabei, da es unser Abreisetag war und unser Hotel kein Kofferraum hatte. Mit den Koffern kamen wir leider nicht in das Museum hinein, da man dort nur kleinere Taschen abgeben kann. Also musste der Besuch auf den nächsten Urlaub verschoben werden.

Dieses Mal besuchte ich das British Museum also ohne Koffer. Es zog mich sofort in die ägyptische Abteilung, wo ich die Mumien und vor allem den Stein von Rosetta anschauen wollte. Leider schien sämtliche Besucher des Museums den gleichen Plan zu haben. Es war so voll dort, dass man sich nur die Gänge schob und kaum einen richtigen Blick auf die Ausstellungsstücke werfen konnte. Überall standen Menschen, die sich vor den Mumien fotografieren ließen, kaum einer las die ganzen Tafeln.
Deshalb entschied ich mich dann schon nach kurzer Zeit die Abteilung wieder zu verlassen und sah mir stattdessen zunächst Bilder von deutschen Künstlern und später die asiatischen Abteilungen an. Dort war es deutlicher ruhiger und nicht so überfüllt, so dass man sich auch richtig Zeit lassen konnte.

Außerdem sahen wir uns die National Gallery an. Ich habe vor allem die Bilder aus dem 15. und 16. Jahrhundert im Gedächtnis behalten, die nur religiöse Motive zeigen und die es dort zuhauf gab. Für die National Gallery braucht man schon ein wenig Kunstinteresse, sonst wird es schnell langweilig. Es gab noch eine Sonderausstellung, in der modernere Bilder gezeigt wurden, aber Sonderausstellungen sind kostenpflichtig, so dass wir uns dagegen entschieden.


Musicals

In London werden unglaublich viele Musicals zeigt. Wenn das Wetter englandtypisch mal wieder mies ist, dann sollte man unbedingt eines der englischen Musicals ansehen. Nachmittags kann man supergünstig Tickets für die Abendveranstaltungen kaufen. Wir sahen 2011 We Will Rock You und zahlten pro Person um die 20 Pfund. Das Musical selbst war absolut großartig. Wir saßen recht weit oben, hatten dadurch aber einen super Blick auf die Bühne.
Unsere Tickets kaufen wir nahe der Haltestelle Leicester Square. In der Station selbst gibt es auch einen Ticketschalter, wir kauften unsere aber außerhalb der Station, da sie dort günstiger waren.


Madame Tussauds

London ist bekannt für sein Wachsfigurenkabinett und so besuchten H. und ich es in 2011. Wir nutzten dafür einen 2for1 Voucher (s.o.) und sparten dadurch jede Menge Geld, da der Eintritt für Madame Tussauds recht teuer ist. Wir waren schon deutlich vor der morgendlichen Öffnungszeit dort und trotzdem hatte sich schon eine längere Schlange gebildet, an der wir uns anstellten. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, empfehle ich, früh aufzustehen!
Madame Tussauds kam mir sehr überfüllt vor. Die Menschenmassen hetzten eigentlich nur von einer Figur zur nächsten um sich in möglichst lustigen Posen mit ihr ablichten zu lassen. H. und ich ließen einige Figuren aus und huschten an der Masse vorbei etwas voraus, um etwas mehr Ruhe zu bekommen.
Wir besuchten in Madame Tussauds außerdem das 4D-Kino, das ganz witzig war. Allerdings gab es mehrmals Stöße in den Rücken, was ich als Rückenschmerzengeplagte dann nicht mehr ganz so lustig fand.
Sicher sollte man Madame Tussauds mal gesehen haben, aber ich würde es nicht noch einmal besuchen. Ich bin froh, dass wir nur die Hälfte des Preises zahlten, denn ich hätte mich im Nachhinein wirklich über den hohen Eintrittspreis geärgert.

Parks

Untitled
HYDE PARK

Sollte der Regen doch einmal eine kleine Pause einlegen, dann nehmt euch die Zeit und besucht zumindest einen von Londons Parks. 2011 lief ich mit der lieben H. und unseren zwei Koffern eine ganze, ganze Weile durch den Hyde Park und fand es dort total schön (der Regent's Park war 2014 aber auch sehr schön). Warum mit den Koffern? Der Hyde Park war unsere Alternative zum British Museum. Wir ernteten zwar einige seltsame Blicke, aber die Koffer ließen sich auf den Wegen im Hyde Park wunderbar ziehen.
Ich empfehle trotzdem einen Besuch ohne Koffer (ist dann noch etwas entspannter, versprochen!).

2 Kommentare:

  1. Das sind echt schöne Tipps. :)

    Ich war auch schon einige Male in London. Von Bremen aus ist das schnell gemacht ( --> Ryanair). Den Regen dort kenne ich auch. ;) Gehört wohl (leider) irgendwie dazu. Und als ich das erste Mal eine Kirche besichtigen wollte, habe ich echt geschluckt. Das war schon krass viel Eintritt....

    Liebe Grüße zu dir,
    Sarah Maria

    AntwortenLöschen
  2. suuuper schön! london steht mittlerweile ganz oben auf meiner liste, weil ich noch immer nicht dort war O.o fotos von städten bei nacht mag ich ja sowieso immer besonders und gehört für mich einfach dazu. ob daheim in wien, in paris, berlin, budapest - das gehört zu einem städtetrip einfach dazu :)

    AntwortenLöschen

 

Instagram

Folgen?

Follow

Hier schreibt...

...Antje, 26 Jahre alt aus Hannover.
Mit dem Rucksack auf dem Rücken und der Kamera in der Hand liebe ich es neue Orte und Gegenden zu entdecken.
Du willst mehr wissen?