5 Vorurteile über Festivals

2012 war ich das erste Mal auf einem Festival. Damals war es ein sehr großes, seitdem folgten einige kleinere. Ich habe das Gefühl, dass Festivals immer populärer werden. Das Festivalangebot steigt momentan stetig an und selbst Leute in meinem Umkreis, denen sich bei dem Wort "Campen" normalerweise die Fingernägel hochklappen, haben inzwischen eins besucht. Wenn ich erzähle, dass ich auf ein Festival fahre, sind die Reaktionen aber immer noch sehr gemischt. Die einen finden es supercool und die anderen werfen mir sämtliche Vorurteile um die Ohren, die ihnen einfallen.
5 von ihnen möchte ich euch kurz vorstellen und von meinen Erfahrungen erzählen.



"Die sind doch alle betrunken."

Alle schon mal nicht. Der reichhaltige Konsum von Alkohol ist wohl eines der häufigsten Vorurteile, die ich vor einem Festivalbesuch zu hören bekomme. Fakt ist aber, dass nicht alle Festivalbesucher sich das Hirn zukippen. Natürlich fließt in diesen Tagen viel Bier, das will auch niemand bestreiten. Aber wenn man sonst ein Konzert besucht, Abends feiern geht oder vielleicht auch nur in der Lieblingskneipe ein Feierabendbier getrunken wird - meist ist auch Alkohol mit im Spiel. Hat man keine Lust auf Dosenbier ist das auch kein Problem. Schnapp dir einfach die Lieblingsfreundin und bleibt beide auf dem Festival nüchtern. Wenn man heißes Wetter erwischt, ist Wasser sowieso viel sinnvoller als Bier. Ich selbst habe schon zwei größere Festivals nüchtern mitgemacht und es waren zwei tolle Wochenenden. Und damit ihr nicht denkt, ich sei damit eint totaler Exot: Julia schrieb neulich auch darüber.

"Drogen nehmen die bestimmt auch."

Da ich selbst absolut anti Drogen bin, kann ich dazu gar nicht so viel sagen. Ich bin mir recht sicher, dass der ein oder andere auf Festivals kifft. Fakt ist aber, dass mir bisher weder was auf einem Festival angeboten wurde noch dass ich irgendwie mit Drogen in Kontakt gekommen bin. Jeder, der sich über angeblichen Drogenkonsum auf einem Festival aufregt und gleichzeitig entspannt durch Amsterdam bummelt, kann mir eh gestohlen bleiben. Man kann so ein Wochenende definitiv verbringen ohne über Koks zu stolpern.


"Da liegt doch überall Müll."

Jep. Auf den normalen Campingplätzen würde ich das sofort unterschreiben. Tatsächlich fliegen dort die Bierdosen regelmäßig durch die Luft und landen... überall. Warum genau man seinen Pfand in die Natur wirft und einen riesen Chaos hinterlassen muss, hab ich noch nie verstanden. Auch Zelte und Pavillons werden gern einfach zurückgelassen und verursachen nach dem Festival beim Aufräumen hohe Entsorgungskosten (warum nur? Ein ordentliches Zelt ist sauteuer...).
Darum campen wir immer auf den GreenCamps. GreenCamps werden inzwischen bei den meisten größeren Festivals angeboten; die Regeln weichen teilweise leicht voneinander ab, aber die Grundzüge sind überall gleich. Beim GreenCamping entsorgt man seinen Müll in Mülltüten. So simpel es klingt, so simpel ist es auch. Und vielleicht erstaunt euch das, aber es funktioniert tatsächlich. Natürlich gibt es immer wieder schwarze Schafe, aber in der breiten Masse funktioniert es wunderbar. Die GreenCamps sind sauber und im Gegensatz zu den normalen Camps stinkt es auch nicht.
Gegen die zurückbleibenden Zelte gibt es eine tolle Aktion: love your tent (ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die GreenCamper ihre Zelte selbstverständlich wieder mit heim nehmen). Wer jetzt denkt, auf dem GreenCamp trifft man nur Ökos, Veganer und schlechte Stimmung - falsch gedacht! Die Stimmung ist trotzdem super. Versprochen.


"Die Leute da sind total... grob."

Ein riesiges Vourteil und dabei so wahnsinnig weit weg von der Wirklichkeit. Es ist super leicht auf einem Festival neue Leute kennen zulernen und die meisten sind auch sehr hilfsbereit. Sei es nun beim Zelt aufbauen oder bei der Suche nach dem Weg zum Festivalgelände, bisher wurde uns immer nett geholfen. Alle sind da um Spaß zu haben, Leute kennen zulernen und eine gute Zeit zu haben. Bessere Voraussetzungen gibt es doch nicht.

"Und dann auch noch Campen!"

Tjaa... was soll ich da noch groß schön reden? Auf einem Festival wird in der Regel gecampt. Wer nicht so gern auf dem Boden schläft, dem empfehle ich ein Feldbett und darauf nochmal eine dicke Isomatte. Wir nehmen immer ein recht großes Zelt für wenige Personen mit, damit wir genug Platz für Vorräte und unsere anderen Sachen haben. Außerdem haben wir immer einen großen Bereich im Zelt, in dem wir, für den Fall das es regnet, unsere Campingstühle aufbauen können. So lässt es sich in einem Zelt gleich viel besser aufhalten.
Wer sich eine Nacht im Zelt trotzdem nicht vorstellen kann, der sollte sich einfach eine nette Pension in der Nähe des Festivals suchen.


Wenn ihr euch von all den Vorurteilen vielleicht nicht mehr ganz so abschrecken lasst, dann denkt an all die gute Musik, die ihr auf einem Festival hören könnt; an die vielen tollen Menschen, die ihr sonst vielleicht niemals kennenlernt und daran, dass ihr eine wunderbare Erfahrung sammeln könnt. Und wenn es euch nicht so gut gefällt, dann ist immerhin eine Erfahrung ;)




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...Antje, 26 Jahre alt aus Hannover.
Mit dem Rucksack auf dem Rücken und der Kamera in der Hand liebe ich es neue Orte und Gegenden zu entdecken.
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