Mit der Bahn Richtung Bergen & Kurzaufenthalt in Finse




Ich bin gerad mal eine Woche aus Norwegen zurück und am liebsten möchte ich sofort wieder meinen Rucksack packen und in den nächsten Flieger gen Oslo springen. Norwegen hat mich wirklich begeistert. Diese unglaubliche Natur und die absolut freundlichen Menschen sind zwei von vielen Gründen, weshalb ich dieses Land auf jeden Fall nochmal bereisen werde. Vielleicht jetzt nicht unbedingt im nächsten Jahr, denn Norwegen ist teuer und hat ein ordentliches Loch in die Reisekasse gerissen - aber ganz ehrlich? Das war es wert!

Ich hatte das Glück 8 Tage in Norwegen verbringen zu dürfen und habe versucht in diesen Tagen soviel von diesem Land zu sehen, wie es nur irgendwie möglich war. Norwegen ist aber ein großes Land, so dass sich die Trips auf den südlichen Teil Norwegens beschränkten. Ich machte unglaublich viele Fotos und all das Gesehene mit den zugehörigen Informationen und Fotos würden einen Artikel sprengen, darum dreht sich dieser hier nur um Tag 2: mit der Bahn Richtung Bergen und ein Kurzaufenthalt in Finse.



Laut LonelyPlanet ist die Bahnstrecke zwischen Oslo und Bergen die Sehenswerteste der Welt. Diese Information ploppt einem überall entgegen, wenn man beginnt über Norwegen zu recherchieren. Da mein Flug nach Oslo ging, war klar, dass ich diese Zugreise unbedingt machen wollte. Eine allererste Recherche nach Preisen für das Bahnticket brachte allerdings Ernüchterung. Selbst die Sparpreise der norwegischen Zuggesellschaft (NSB) waren noch super hoch. Dann entdeckte ich aber, dass man die Bahnstrecke auch mit dem Interrailticket nutzen kann und so bestellte ich kurz vor knapp noch fix einen Globalpass für Norwegen, der es ermöglicht an drei Tagen durch Norwegen zu reisen. Kostenpunkt: 131€. Auch kein Schnäppchen, aber im Vergleich zu den Ticketpreisen in Norwegen deutlich bezahlbarer.
Die Züge zwischen Oslo und Bergen verkehren nicht so häufig wie man es vielleicht aus Deutschland gewöhnt ist. Es fahren 4-5 Züge am Tag und teilweise sind es Nachtzüge, so dass man von der versprochenen Landschaft nicht viel mitbekommen dürfte. Hat man sich für einen Zug entschieden, sollte man ernsthaft über eine Reservierung nachdenken. In Norwegen wird viel reserviert, auch wenn man nicht dazu verpflichtet ist.
Ich fragte, bevor ich in den Zug sprang, bei einem der unglaublich netten Zugbegleiter und er teilte mir mit, dass der Zug Richtung Bergen ausgebucht sei. Ich könne nur mitfahren, wenn ich eine Reservierung hätte.
Ganz so schlimm war es dann doch nicht. Da ich von Beginn an geplant hatte, nicht die ganze Strecke bis Bergen zu fahren, konnte er mir einen Sitzplatz zuweisen, der bis zu meinem Ziel frei war und so konnte ich doch noch problemlos mitfahren. Eine Reservierung kostet 5 NOK und ist für Tage, an denen die Züge noch mehr genutzt werden (z.B. Sonntags laut dem netten Zugbegeleiter) unbedingt notwendig. Sonst kann es passieren, dass man 8 Stunden lang zwischen Sitzplätzen hin- und herhüpfen muss oder vielleicht gar nicht mitfahren darf. In den Zügen werden die reservierten Plätze nicht angezeigt. Sollte der Zug voll sein, einfach beim netten Personal nachfragen, ob noch irgenwo ein Platz ohne Reservierung ist.
Apropos 8 Stunden. Die Strecke zwischen Oslo und Bergen ist recht lang und die Züge fahren nicht mit hoher Geschwindigkeit, so dass es tatsächlich einen ganzen Tag braucht, bis man von Olso nach Bergen gelangt. Dafür hat man umso mehr Zeit nach draußen zu starren und die tolle Landschaft zu genießen.

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Ich erlebte an dem Tag nicht die ganze Strecke bis Bergen, sondern plante bis Myrdal zu fahren und dort den nächsten Zug zurück nach Oslo zu nehmen. Das Wetter war leider nicht ganz so toll, so dass ich in Oslo eh nichts gescheites hätte anfangen können und so kam mir ein Tag in bequemen Zugsesseln ganz attraktiv vor. Wer weiter bis nach Bergen fährt, dem empfehle ich von dort den Bus runter nach Stavanger zu nehmen, Stavanger zu entdecken (und vielleicht noch den Preikestolen, aber dazu ein ander Mal mehr) und dann von dort mit dem Zug zurück nach Oslo zu fahren. Soweit ich es rausfinden konnte, gibt es von Bergen keine andere Zugverbindung als die zurück nach Oslo, so dass man keine richtige Rundtour machen kann (gleiches gilt für Stavanger).
Wer im Internet liest (z.B. auf der Homepage vom Interrailticket), dass es eine Fähre zwischen Stavanger und Bergen gibt: Diese Verbindung gibt es schon seit Anfang 2014 nicht mehr.
Die Fahrt von Myrdal nach Flam soll auch ganz wunderbar sein und ich traf viele im Zug, die diese Strecke geplant hatten. Die Flambahn kann aber nicht mit dem Interrailticket genutzt werden (es gibt allerdings eine Ermäßigung).

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(diese Fotos und auch die drei weiter oben entstanden alle aus dem Zugfenster hinaus)

Ich schaffte es tatsächlich nur bis Finse, da unser Zug Verspätung hatte (technische Probleme, die Fahrtgeschwindigkeit musste reduziert werden - noch mehr Zeit um Landschaft zu genießen!) und ich meinen Anschluss zurück nach Oslo in Myrdal vermutlich nicht mehr geschafft hätte (und wie gesagt, da kommt dann nicht in einer Stunde der nächste Zug, sondern erst einen halben Tag später).
Landschaftlich fand ich die Bahnfahrt schon toll, allerdings fand ich das erste Stück nach Oslo nicht besonders spektakulär. Richtig schön wurde es dann als wir zur Hochebene kamen. Ich bin mir sicher, dass die restlichen zwei-drei Stunden Fahrt bis nach Bergen auch noch super schön sind, aber die hebe ich mir dann bis zum nächsten Mal in Norwegen auf. Wer den Weg nur einmal auf sich nimmt, dem empfehle ich ab Oslo in Fahrtrichtung links zu sitzen. Am Anfang scheint es auf der rechten Seite schöner und dort sieht man auch einige schöne Wasserfälle, aber sobald sich der Zug in der Hochebene befindet, wird es links noch viel toller und rechts sieht man hauptsächlich Felswände.

Soviel zur Zugfahrt, weiter geht es mit meinem kurzen (1 1/2 stündigen) Aufenthalt in

Finse

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Googlet man Finse, stößt man zunächst nur eine Bahnstation. Kann es wirklich sein, dass der Zug Richtung Bergen an einem Ort hält, an dem es außer einer Bahnstation nichts gibt? Was wollen die Menschen dann bitte da? Diesen Fragen galt es auf den Grund zu gehen. Tatsächlich handelt es sich bei Finse um eine kleine Siedlung inmitten der nördlichen Hardangervigga (= größte Hochebene Europas). Die Siedlung besteht allerdings nur aus dem Bahnhof, einem Hotel, einer Wanderhütte, einem Museum und einigen weiteren Gebäuden, die hauptsächlich als Ferienhäuser genutzt werden.

Finse ist mit 1222m Höhe der höchstgelegene Bahnhof Nordeuropas (und so wird der Ort auch im Zug angesagt). Apropos Zug: es besteht keine Anbindung an das Straßennetz. Finse ist nur mit der Bahn, zu Fuß, mit dem Rad oder wenn Schnee liegt, auf Skiern zu erreichen.

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Es ist also nicht viel los in Finse. Dafür ist die Natur um so schöner. Direkt hinter dem Bahnhof und dem Hotel liegt ein See und dahinter strecken sich Berge in die Höhe. In Finse kann man wunderbar wandern oder Mountain Bike fahren (die Räder kann man in Finse leihen). In Bewegung sollte man auf jeden Fall bleiben, denn es gibt im Sommer jede Menge Mücken in Finse, die sich auf jede Stelle ungeschützter Haut stürzen und gern auch durch die Kleidung durch stechen.

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Soviel also zu meinem Tag im Zug Richtung Bergen. Habt ihr die Fahrt vielleicht schon gemacht und könnt noch was zu den letzten Stunden zwischen Finse und Bergen sagen? Die Infos speicher ich mir dann direkt ab für die nächste Norwegenreise. ;)

1 Kommentare:

  1. Also, es kommt drauf an :D
    Bei meinem ersten Versuch hatte ich einen sehr weichen Kürbis, den habe ich dann einfach so püriert.
    Beim zweiten Mal war er dann fester und ich habe ihn erst einmal in Scheiben geschnitten und für 20 Minuten im Ofen gebacken. Dadurch kam auch das Kürbisaroma im fertigen Kuchen besser raus! :)

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...Antje, 26 Jahre alt aus Hannover.
Mit dem Rucksack auf dem Rücken und der Kamera in der Hand liebe ich es neue Orte und Gegenden zu entdecken.
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