Mit Bloggern in Neuharlingersiel



Vor einigen Stunden bin ich aus dem Flieger wieder auf bremischen Boden gehüpft. Während ich hier gerade selig vor mich hintippe und dank einer Empfehlung von Julia dem neuen Album von Bring Me The Horizon lausche, laden gerade ca. 900 Fotos von meiner Kamera auf meinen Computer. Bevor ich euch aber mit Bildern von langen Stränden und engen Gassen Lissabons vollspame, möchte ich erst noch ein Wochenende weiter zurückblicken. Direkt vor meinem Abflug nach Lissabon war ich noch drei Tage an der ostfriesischen Küste beim Blogger-Event #djhrockt.

Alles begann mit einer Mail von Sandra, in der sie mich fragte, ob ich Lust hätte an einem Blog-Event teilzunehmen. In Neuharlingersiel sollte es stattfinden, in der Jugendherberge würden wir schlafen und Konzerte gäbe es noch oben drauf. Wer mich ein bisschen kennt oder hier schon ein wenig gelesen hat, weiß, dass es nicht perfekter zu mir passen könnte. Neuharlingersiel liegt schließlich in Ostfriesland, meiner Heimat, und Sehnsucht nach dem Meer habe ich sowieso immer. In Jugendherbergen komme ich auch häufig unter, wenn ich in Deutschland unterwegs bin und ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Außerdem sind die Häuser alle so unterschiedlich und es gibt in jedem etwas Tolles zu entdecken. Und dann noch Musik. Die Bands sagten mir im ersten Moment gar nicht so viel, aber egal. Für Konzerte bin ich immer zu haben. Und dann noch neue Leute kennen lernen. Wie ich schon sagte: perfekt!

Anreise

Neuharlingersiel liegt in Ostfriesland, direkt an der Nordsee. Grundsätzlich würde ich jedem, egal an welchen Ort er in Ostfriesland reisen möchte, die Anfahrt mit dem Auto empfehlen. Das Wort sagt es schon: Ostfriesland. Wir sind auf dem Land, in der Pampa und mit Glück fährt alle zwei Stunden ein Bus - wenn nicht gerade Wochenende ist, dann fährt nämlich an einigen Orten auch einfach gar keiner. Mit dem Auto ist man einfach flexibler und kann auch die schönen, abgelegenen Orte entdecken.
Alternativ nimmt man die Bahn, dann den Bus und am Zielort schwingt man sich einfach aufs Fahrrad und entdeckt radelnd das platte Land.

Die Unterkunft: DJH Resort


Na, sieht das nach Jugendherberge aus? Ich war doch auch reichlich überrascht, als ich erst die Bilder auf der Homepage sah und später in dem tatsächlichen Zimmer stand. Ich war aus Nürnberg schon nobles gewöhnt von den inzwischen so oft unterschätzten Jugendherbergen, aber das DJH Resort in Neuharlingersiel spielt dann nochmal in einer anderen Liga. Untergebracht waren wir in einem Apartment für 4 Personen, das sogar einen Balkon hatte.
Die klassischen Schlafsäle, die man sonst von den Jugendherbergen kennt, gibt es in Neuharlingersiel leider nicht mehr. Für mich als (hauptsächlich) Alleinreisende kommt die Unterkunft daher für weitere Reisen nicht in Frage, aber der Schwerpunkt des Resorts liegt auch einfach woanders. Es gibt ein unglaublich großes Angebot für Familien. Auf großem Gelände bietet die Jugendherberge Bungalows, Apartments und Zweitbettzimmer. Egal, wie groß die Familie gerade ist, die Jugendherberge bringt einen super unter. Dazu kommt, dass die Jugendherberge die erste All-Inclusive-Herberge Deutschlands ist und damit für den Familienurlaub wirklich keine Wünsche offen lässt. Für die Kinderbetreuung (egal welches Alter) ist auf jeden Fall gesorgt und manch "Erwachsener" entdeckt auf der Slackline oder beim Bogen schießen doch noch wieder das Kind in sich.
Das Essen war gewohnt gut und die Leute nett. Eben so, wie ich das aus den Jugendherbergen schon kannte und liebe.
Noch ganz viele weitere Informationen über das DJH Resort findet ihr hier.

Neuharlingersiel

Neuharlingersiel ist ein kleines Dorf (knappe 1.000 Einwohner) an der ostfriesischen Nordseeküste. Wie viele andere Küstenorte auch, hat Neuharlingersiel einen kleinen Hafen, in dem Fischkutter liegen, wenn sie nicht gerade draußen sind und Krabben fangen. Überall sieht man alte Backsteinbauten und trifft Menschen, die gemeinsam in gemütlicher Runde Tee trinken. In Ostfriesland gibt es noch viele Traditionen und das macht für mich auch den Charme dieses Flecken platten Landes aus.
Sei es den Tee auf die richtige Art und Weise zu trinken (Kluntje (Kandis) rein in die Tasse, Tee aufgießen und dem Knistern lauschen, Sahne vorsichtig auflegen und die "Wolken" beobachten) oder von morgens bis abends mit "Moin" zu grüßen... ich könnte euch stundenlang von meiner Heimat vorschwärmen und würde wohl doch kein Ende finden (aber vermutlich geht es jedem mit seiner Heimat so, nicht wahr?). Versprechen kann ich euch in Neuharlingersiel plattes Land, tolle Radtouren, eine Menge Wind und Meer (zumindest wenn nicht gerade Ebbe ist). Es ist idyllisch, entspannt und wunderbar zum abschalten. Für mich gibt es nicht schöneres als am Deich zu sitzen, dem Wasser beim Steigen zuzuschauen und zuzuhören und mir dabei Wind um die Nase wehen zu lassen.
Damit ich nicht noch weiter schwafel, lass ich jetzt lieber Fotos sprechen:
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Aktivitäten

Bei der ganzen Idylle... wird es dann nicht schnell langweilig? Ganz bestimmt nicht. Schon die Jugendherberge bietet unglaublich viele Aktivitäten an, die wir in unserer knappen Zeit gar nicht alle testen konnten. Wir liehen uns zum Beispiel bei der Jugendherberge Fahrräder aus. Mit dem Rad ist man super schnell im Ort oder kann eine Tour durch die Felder zum nächsten Ort machen. Durch das flache Land fällt das Radeln sehr leicht, da schafft man schnell längere Touren. Auf dem Gelände der Herberge finden sich viele Outdoorspiele, von denen wir nur die Slackline testeten. Gemeinsam mit Ariane und Sarah versuchte ich über dieses eigentlich doch breite Seil zu laufen, aber nicht mal auf der Stelle stehen bleiben bekam ich hin. Das ist wirklich gar nicht so einfach, wie es aussieht, aber macht unglaublich Spaß!
Außerdem kann man bei der Herberge Boote ausleihen und eine Rudertour machen. Entweder man paddelt auf eigene Faust los oder man schließt sich einer geführten Tour an. Ich selbst paddelte nicht mit, aber die Mädels sahen aus, als hätten sie jede Menge Spaß.

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Verbringt man seine Zeit in Neuharlingersiel nicht im DJH Resort stehen einem trotzdem jede Menge Möglichkeiten offen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem gemütlichen Spaziergang über den Deich und am Strand entlang? Oder man schließt sich einem Wattwanderführer an und entdeckt das UNESCO Welterbe mit seinen eigenen Füßen. Bitte niemals allein weit ins Watt hinein gehen. Seenebel kann sehr schnell entstehen und dann findet man ohne Kompass den Weg nicht mehr zurück; und das Wasser kommt mit Sicherheit. Es gibt tolle Führungen in unterschiedlicher Länge, die an der Küste starten und auch wieder enden oder man läuft eine größere Tour zum Beispiel zur Insel Baltrum rüber (von Bensersiel aus).



Wer eine Insel entdecken möchte, aber nicht wattwandern will, der nimmt einfach die Fähre nach Spiekeroog. Die Fähren verkehren regelmäßig zwischen Neuharlingersiel und der Insel und wer bisher noch nicht das Vergnügen hatte, eine ostfriesische Insel zu entdecken, dem kann ich diesen Tagesausflug nur wärmstens empfehlen.


Und wie war das jetzt mit der Musik?

Die Musik fand sich wirklich überall in unserem Wochenende wieder. Sandra bat uns vor dem Wochenende, jeweils drei Titel, die wir mit etwas besonderem verbinden zu nennen. Diese Titel fanden wir gleich am Freitagnachmittag wieder, als wir gemeinsam im Sand saßen, aufs Meer blickten und den Liedern lauschten. Falls euch interessiert, was Blogger so hören, könnt ihr hier mal reinhören.

An dem Wochenende fand außerdem ein Konzert im Rahmen des OLB Musik-Camp statt. Es handelt sich dabei um ein Projekt, bei dem sich junge Nachwuchskünstler von erfahrenen Künstlern coachen lassen können (soweit die Kurzfassung - für mehr Infos: klick hier).
Freitagabends ging es dann aber erstmal weiter mit einem exklusiven Konzert von Aaron Prüßen. Aaron hat selbst am OLB Musik-Camp teilgenommen und spielte für uns in kleiner Runde einige seiner Lieder.

Ohne Titel

Samstagvormittag ging es dann gleich musikalisch weiter mit einer Cajón Session bei Manni. Beim Cajón handelt es sich um eine Kiste mit Loch, auf die man sich draufsetzen kann und aus der man jegliche Töne eine Schlagzeugs herausholen kann. Zumindest Manni kann das. Nach etwas Übung bekamen wir immerhin ein vierstimmiges Stück hin, dass für den Anfang wirklich schon ganz gut klang. Überzeugt euch einfach selbst:


Am Samstagabend fand dann das große Konzert statt. Die Bühne wurde auf dem Parkplatz des DJH Resort aufgebaut, sodass wir nach dem Abendessen nur noch aus der Tür hinauslaufen mussten und schon mitten im Geschehen waren.
Hauptact des Abends waren Wingenfelder, die mir im Vorfeld irgendwie so gar nichts sagten. Dann las ich irgendwo, dass die beiden Wingenfelder ehemalige Mitglieder von Fury and the Slaughterhouse sind - von denen hatte ich immerhin schon mal gehört und kannte auch die bekanntesten Lieder. Wingenfelder sind auch die Gründer des OLB Musik-Camp und coachen unter anderem die Nachwuchskünstler bei den Workshops. Tatsächlich hörte ich am Freitag bei der Arbeit kurz vor Abfahrt noch den aktuellen Song Hey Cowboy von Wingenfelder im Radio (perfekter Start ins Wochenende, oder?). Da Wingenfelder der Hauptact waren, sollte man nach gewohnter Manier eigentlich annehmen, dass sie auch als letztes spielten. Weit gefehlt. Es war weniger ein Nacheinander, wie man es sonst gewohnt ist, sondern mehr ein miteinander. So eröffneten Wingenfelder selbst das Konzert und machten schon mal gut Stimmung. Obwohl mir der Sound eigentlich nicht rockig genug ist, hat mich die Band überzeugt. Die wissen wirklich was sie da tun und haben mich positiv überrascht. Besonders gut gefallen haben mir Hey Cowboy und Springen in die Nacht (so toller Text). Außerdem hörenswert, aber sie haben es leider nicht gespielt: Petra Pan.



Als nächstes kam dann Jylland auf die Bühne. "Wer is'n das?" - "Das war der Berater von BossHoss bei The Voice." - "Ach, der!" -So ungefähr liefen die Gespräche im Vorfeld ab. Der Herr macht tatsächlich auch selbst Musik, aber ganz, ganz ruhige. Die Menge war begeistert, mich hat es leider nicht so abgeholt, aber es ist auch einfach nicht meine Musikrichtung. Wenn ihr ruhige Musik mögt, tippt ihn bei Spotify ein und hört einfach mal rein.

Dann kamen wieder Wingenfelder auf die Bühne und kurz darauf Fools Garden. Das sind die mit Lemon Tree. Eigentlich ist es fürchterlich eine Band so sehr auf einen Song zu reduzieren, aber irgendwie passiert das ganz automatisch. Wir bekamen dann auch Lemon Tree zu hören und die ganze Menge sang mit. Das war ein schöner Moment und Fools Garden präsentierte auch noch eine Ballade, die ich ganz nett fand. Ansonsten blieb es eher unspektakulär und ich war froh, als Wingenfelder wieder auf die Bühnen kamen. Fools Garden und Wingenfelder spielten dann noch gemeinsam einige Lieder.


Gegen Ende des Konzertes standen Wingenfelder dann wieder allein auf der Bühne und holten auch noch die Klassiker von Fury and the Slaughterhouse raus. Die Menge ging ab. Da waren so einige Fans aus den früheren Tagen anwesend, die alles gaben. Für mich persönlich waren die Lieder zwar ganz nett, aber nicht das Highlight. Vielleicht bin ich dafür einfach zu jung, aber mir haben die aktuellen Lieder von Wingenfelder (siehe oben) besser gefallen. Zum Abschluss kamen dann nochmal alle auf die Bühne und spielten ein gemeinsames Lied. Ein toller Abschluss und ich fand es wirklich erfrischend, dass es nicht den typischen starren Ablauf gab, sondern das die Bands sich einfach abwechselten, ab und zu einfach zusammen jammten und Spaß auf der Bühne hatten. Das gab dem Konzert eine ganz andere Atmosphäre - hat mir wirklich gut gefallen.
Nach dem Konzert gabs im Gebäude der Jugendherberge noch eine After Show Party, zu der das ganze Publikum eingeladen wurde und bei der auch alle Künstler anwesend waren.



Resümee

Der Artikel ist inzwischen eh schon so lang, dass ein kleines Resümee jetzt auch noch drin ist:
Es war ein absolut tolles Wochenende!
Ich hab mich total gefreut, so viele unterschiedliche Menschen kennenlernen zu dürfen und wir hatten wirklich eine tolle Zeit. Die Jugendherberge war als Unterkunft grandios und sollte ich irgendwann für eine größere Gruppe eine Unterkunft an der Nordsee suchen, würde ich auf jeden Fall wiederkommen. Allein werd ich die Jugendherberge aufgrund der fehlenden Schlafsäle wohl nicht nochmal besuchen. Musikalisch war es auch erfolgreich, denn Wingenfelder hat es tatsächlich in meine Playlist geschafft.
Vielen Dank für diese drei Tage!



Mit dabei waren:
Ariane von Heldenwetter | Steffi von Hauptsache Meer | Cora von Im Goldrausch | Sarah von Verwandert | Nina von Hedi näht | Ines von Hauptstadtpuppi | Katja von Mädchen mit Herz | Sandra von Wortkonfetti | Janett von Teilzeitreisender

6 Kommentare:

  1. Sieht nach super viel Spaß aus! Und ihr seht alle so wahnsinnig glücklich auf dem letzten Bild aus :)

    Ganz liebe Grüße <3

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  2. Ja, das finde ich auch :) Mag das Foto auch sehr :)

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  3. oh mein Gott wow
    was für ein traumhafter ort und tolle bilder
    da bekommt man direkt Fernweh!
    ich bin echt hin und weg

    bei mir kannst du übrigens einen echt-silber Ring im Wert von 160 Euro gewinnen.
    Wie? Das erfährst du HIER

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  4. oh wie cool, das ist schon der dritte Bericht den ich lese und verdammt jetzt wünsch ich mir noch mehr ich wäre dabei gewesen :D schade! Aber sieht nach ganz viel Spaß und guter Musik aus :)

    Liebe Grüße <3
    Jasmin von nimsajx.blogspot.de

    P.S. Ich veranstalte gerade mein aller erstes Gewinnspiel und würde mich freuen wenn du mitmachen würdest. Es gibt Souvenirs aus Indonesien zu gewinnen, schau einfach mal vorbei wenn du Lust hast :)

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  5. Sieht nach einem schönen Urlaubsort aus - und nein, die Jugenherberge sieht nicht nach Jugendherberge aus :D

    Danke für das Kompliment.Ich denke WordPress zu installieren würde noch jeder hinbekommen, ich sehe es eher kritisch wenn man dann immer Plugins und WordPress selbst updaten muss und als "Anfänger" nicht weiß was sich geändert hat und welche auswirkungen das haben kann. Themes gibt es ja eigentlich ganz schöne zum Anpassen :) Aber ja, Blogger macht es einem einfacher (auch wenn nicht unbedingt im Bereich "Theme").

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  6. Scheint wirklich ein sehr schönes Wochenende gewesen zu sein. ;)
    Ich wünschte unsere Jugendherbergen, in denen wir zu Schulzeiten waren, hätten mal ähnlich schön ausgesehen... das waren immer totale Bruchbuden.

    Und Fotos von der Landschaft stimmen mich immer ein klein wenig wehmütig und lassen mich an meine Abifahrt denken. ;)

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...Antje, 26 Jahre alt aus Hannover.
Mit dem Rucksack auf dem Rücken und der Kamera in der Hand liebe ich es neue Orte und Gegenden zu entdecken.
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