Roadtrip Südengland - Routenplanung



Warum überhaupt ein Roadtrip?

Was bewegt einen dazu England mit dem Auto zu erkunden?
Für uns war klar, dass wir viele kleine Orte besonders an der Küste besuchen wollten, die man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln teilweise nur sehr schwer erreicht. Die Bahnen fahren zwar von London aus an die Küste, aber dort nur in die größeren Orte. Die Bahnstrecke nach Cornwall war wegen den heftigen Regenfällen in den letzten Monaten sogar immer noch gesperrt. Auf den Landstraßen sahen wir ab und an mal einen Bus, jedoch quälten sich diese unendlich langsam die Hügel hinauf und hinunter.
Mit dem Auto ist man außerdem deutlich flexibler. Sahen wir einen tollen Ort oder eine tolle Kirche, bogen wir von der Straße ab oder hielten an, um alles genauer anzuschauen. Das wäre mit dem Bus nicht so einfach gewesen.


Routenplanung

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Start: DOVER ; 1 EYNSFORD ; 2 LONDON ; 3 EYNSFORD ; 4 WINDSOR ; 5 STONEHENGE ; 6 DORCHESTER ; 7 ISLE OF PORTLAND ; 8 KINGSBRIDGE ; 9 FALMOUTH ; 10 MARAZION ; 11 LAND'S END ; 12 CAPE CORNWALL ; Ende: ST. IVES


Wir überlegten vorher, ob wir lieber mit der Fähre oder durch den Eurotunnel fahren wollten. Ein kurzer Kostenvergleich beantwortet die Frage mit Leichtigkeit. Zu normalen Uhrzeiten kostet eine (!) Überfahrt durch den Eurotunnel ca. 200 €. Nur Nachts werden die Kosten geringer, dann zahlt man knapp 100 € (ebenfalls für eine Überfahrt). Da wir die Kosten gering halten wollten und auch nicht Nachts nach England rüberfahren wollten, fiel der Eurotunnel ziemlich schnell weg. Einziger Vorteil am Tunnel: Man ist einer guten halbe Stunde drüben. Die Fähre dauert mit ca. 2 Stunden deutlich länger.

Also Fähre. Dann stellt sich die Frage, welche Fährverbindung am besten für den Roadtrip passt. Für uns war das Ankommen in Dover am sinnvollsten, da unser erstes größeres Ziel London sein sollte. Nach Dover gibt es zwei Fährverbindungen, einmal von Calais aus und einmal von Dunkerque aus.
Wir verglichen die Preise der beiden Verbindungen und der unterschiedlichen Reedereien (es fährt nicht nur eine, sondern mehrere) und suchten uns dann eine Verbindung heraus. Als Suchportal nutzen wir aferry.com und dort buchten wir später auch.
Wir wählten letztendlich die Reederei DFDS und die Verbindung Dunkerque – Dover. Dunkerque liegt etwa 30 Autominuten vor Calais und ist nicht ganz so bekannt wie Calais. Die Fahrzeit unterscheidet sich nicht wesentlich zu Calais und die Preise von Dunkerque waren einfach günstiger.
Wir buchten die Fähre für Hin- und Rückfahrt vorab über das Internet, da man dann noch einmal am Preis sparen kann, als wenn man spontan fahren möchte (und man hat seinen Platz auf der Fähre auf jeden Fall sicher; ansonsten muss man evtl. auch mal eine Fähre abwarten; ein Buchen vor Ort ist aber auch möglich). Wir zahlten 70,40 € für Hin- und Rückfahrt für unser Auto und zwei Personen. Im Vergleich zum Tunnel ein echtes Schnäppchen und ich bin mit unserer Entscheidung auch im Nachhinein sehr zufrieden.



Den Großteil unserer Strecke legten wir mit dem Auto zurück. Nur nach London hinein fuhren wir mit dem Zug. Wir übernachteten in Eynsford und dort gab es auch einen kleinen Bahnhof, von dem ein Zug direkt nach London fuhr. Die Fahrzeit betrug ca. 1 Stunde, was einem im ersten Moment recht lang vorkommt, aber dafür gab es auf dem Weg dahin auch sehr viel zu sehen. Am Montag waren die ganzen Berufspendler mit uns im Zug und es war noch einmal etwas ganz anderes zwischen all diesen englischen Menschen zu sitzen, die auf dem Heimweg waren. Die Tickets kosteten uns 13,70 Pfund, darin war aber auch die Möglichkeit in London jegliche Busse und U-Bahnen zu nutzen inbegriffen (Day Travel Card). Mit diesem Ticket konnte man außerdem auch die 2for1-Voucher nutzen.
Spannend war der Ticketkauf in Eynsford. Der Schalter hatte geschlossen und es gab zwar einen Ticketautomaten, aber er gab uns keinerlei Auskunft wie viel ein Ticket kosten würde oder wie man überhaupt eines auswählen konnte. Wir fragten ein Ehepaar in der Nähe des Bahnhofs und sie erzählten uns, dass man am Automaten nur eine Fahrtberechtigung für 10 Pence ziehen muss und die Karte dann in London in ein richtiges Ticket umwandeln kann. Wir zweifelten erst etwas an dieser Methode, zogen uns dann aber die Fahrtberechtigungen und das Wechseln in London klappte problemlos. Leider hingen im Bahnhof in Eynsford keinerlei Infos dazu und hätten wir uns nicht durchgefragt, hätten wir uns ohne Fahrschein wahrscheinlich nicht in den Zug getraut.

Im Nachhinein hätte ich einiges anders gemacht. Da ich 2011 schon einmal in London war, hätte ich einen weiteren Besuch in London nicht gebraucht. Wir sahen uns doch nur die gleichen Sehenswürdigkeiten an wie schon vor 3 Jahren. Nur die beiden Museen waren in London für mich neu.
Die Zeit, die wir dort verbrachten, hätte ich lieber noch an der Südküste verbracht. Wir sahen noch so viele Orte, die wir uns gerne angeschaut hätten, durch die wir dann aber nur durchfuhren, da wir keine Zeit mehr hatten.
Wenn man allerdings noch nie in London war, dann sind zwei Tage dort eigentlich optimal. Man hat genug Zeit die Sehenswürdigkeiten abzuklappen, den Londoner Flair in sich aufzusaugen und noch ein wenig shoppen zu gehen.


Vorher die Route planen oder lieber spontan?

Wir legten unsere Route vorher grob fest. Es war klar, dass wir die ersten Tage in London verbringen wollten. Weitere Fixpunkte waren Oxford, Stonehenge, Kingsbridge (völlig überbewertet) und Falmouth. Oxford musste dann bald wegfallen, da wir unser Auto in die Werkstatt geben mussten.

Man sollte auf jeden Fall ausreichend Zeit für Spontanes einplanen! Manchmal fuhren wir einfach nach Navi durch das Land und bogen ab, weil wir ein Schild am Straßenrand entdeckten (so kamen wir zum Beispiel nach Windsor). Einige Orte unserer Route suchten wir auf der Straßenkarte heraus und fuhren dann nach dem Navi dort hin.

Wichtig ist auf jeden Fall eine Straßenkarte oder zumindest eine Offlinemap auf dem Handy. Wir nahmen einen uralten Straßenatlas mit, auf dem fast nur die Schnellstraßen und Autobahnen eingezeichnet waren. Danach entschieden wir aber häufig, wo es weiter hingehen sollte, da dort auch Sehenswürdigkeiten und besonders schöne Straßen extra markiert waren.




Hotels vorher buchen oder lieber spontan?

Wir überlegten im Vorfeld, ob wir die Hotels vorher buchen oder alles spontan regeln wollten. Man könnte die erste Nacht vorher buchen, aber wir entschieden uns auch dagegen (was gut war, denn wir fuhren gleich am ersten Tag das Auto kaputt und hätten ein gebuchtes Hotel daher wohl nicht erreicht). Alle Hotels suchten wir uns also spontan. Bei einem hatten wir vorher eine ungefähre Adresse, da E. dort im Jahr vorher schon einmal übernachtet hatte.
Man sollte aber bedenken, dass wir im März fuhren und das ein Zeitraum ist, in dem in England touristisch nicht viel los ist. Die Reisezeit beginnt in England ab Ende April, Anfang Mai und dann dürfte es mit der Spontanität auch schwieriger werden. Wir fanden in jedem Hotel sofort ein freies Zimmer und konnten einige Male sogar noch etwas am Preis handeln, da die Hotels nicht ausgebucht waren.
Man sollte auf jeden Fall sowohl eine Kreditkarte als auch Bargeld dabei haben. In einem Hotel konnte man nur Cash zahlen, in den anderen wurde die Kreditkarte akzeptiert. Die Kreditkarte ist insoweit einfach, als dass man nicht mit Unmengen an Bargeld herumlaufen muss (Taschendiebe gibt’s in England auch genug!)

Ward ihr schon mal in England mit dem Auto unterwegs?


2 Kommentare:

  1. Sau cool, so mach ich das auch am liebsten! War zwar noch nie in England roadtrippen, aber dafür 2x in Frankreich, einmal in der Normandie und im Elsass und dann nochmal in Marokko in den Bergen und der Wüste :) ist im Ausland leider immer etwas teurer als mit dem eigenen Auto (logischerweise) aber lohnt sich trotzdem total!!! :) schöne Eindrücke auch von England, hatte irgendwie immer etwas schlecht von England und generell Großbritannien gedacht, aber seit ich so viele Reiseblogs lese, hat mich das total positiv überrascht, wie gut es mir immer auf den Fotos gefällt! Ein Hoch auf das Internet und Reiseblogs :D

    Liebe Grüße <3
    Jasmin von nimsajx.blogspot.de

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  2. Den Post muss ich mir merken. Ich möchte nämlich wirklich total gerne mal noch mehr von England entdecken. Das Land hat wirklich sehr viel zu bieten!
    Generell muss aber auch irgendwann noch die Isle of Skye sein... In Schottland war ich einfach viel zu kurz.

    Dankeschön für deine Tipps! Leider kannte ich die schon...! Glaub mir, nachdem die Sache jetzt so zäh ist, hab ich echt gefühlt alles ausprobiert. Langsam wird es zum Glück besser, aber das ist schon ein langwieriger Prozess... total nervig...

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...Antje, 26 Jahre alt aus Hannover.
Mit dem Rucksack auf dem Rücken und der Kamera in der Hand liebe ich es neue Orte und Gegenden zu entdecken.
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