what to do in KRAKAU



Seit gestern bin ich aus Krakau zurück und habe jede Menge Fotos mitgebracht. Wir hatten so tolles Wetter in dieser wunderhübschen Stadt und haben viel gesehen, obwohl wir letztendlich nur zwei volle Tage dort hatten. In diesem Artikel geht es um die vielen Sehenswürdigkeiten Krakaus, eine Museumsempfehlung und einem kleinen Geheimtipp für ein wundervolles Fleckchen Natur nahe der Stadt. In einem zweiten Teil wird sich noch alles um die Unterkunft, die Anreise und Kulinarisches drehen.

Marienkirche

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Um die Marienkirche ranken sich gleich zwei Legenden. Die eine besagt, dass die Türme von zwei Brüdern erbaut wurden. Der Ältere hatte seinen Turm (links) bereits fertig gestellt, während sich sein jüngerer Bruder etwas mehr Zeit ließ. Aus Angst, dass der rechte Turm den seinen überragen könnte, erstach er seinen jüngeren Bruder mit einem Messer, welches heute an einem der Eingänge der Tuchhallen hängt.
Die zweite Legende rankt sich um das Trompetenspiel ("Hejnał"), dass zu jeder vollen Stunde von den Türmen zu hören ist. Das abrupte Ende des Trompetenspiels soll auf einen Angriff der Tartaren zurück zu führen sein, bei dem der Trompeter von einem Pfeil in die Kehle getroffen wurde.
Bei der Stadtführung wurde jedoch erklärt, dass die Geschichte so nicht wahr sein kann, da die Kirchtürme zu der damaligen Zeit noch gar nicht existierten. Der Grund für die abgebrochene Melodie wird daher wohl ein Geheimnis bleiben.
Die Kirche ist von innen sehr prunkvoll und vor allem der weltberühmte Altar ist eine Besichtigung wert. In die Kirche gibt es zwei Eingänge; eine für Gläubige, die beten oder die Messe besuchen möchten (kostenlos), einen anderen für die Besucher, die die Kirche besichtigen möchten (kostenpflichtig).

Tuchhallen

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Während in diesem Gebäude auf dem großen Marktplatz früher mit Tüchern gehandelt wurde, finden sich inzwischen viele kleine Souvenirgeschäfte darin. In den Tuchhallen findet man von Bernstein über kleine Schnitzereien, den üblichen Magneten und Porzellan alles was das Souvenirherz begehrt.
Das Gebäude wurde in der Renaissance erbaut und bietet von außen einen hübschen Anblick. Im ersten Stock befindet sich ein Museum und der Eingang zu einem Café auf der oberen Terrasse Richtung Marienkirche.
An Sonntagen ist der Eintritt in das Museum frei.


Rathausturm


Ein weiteres imposantes Bauwerk auf dem Marktplatz ist der Rathausturm. Er ist als einziger vom alten Rathaus übrig geblieben und man kann hinaufsteigen. Eine Treppe führt im Inneren hinauf bis zu einer Plattform, die auf der Höhe des letzten Fensters des unteren Bereichs liegt. Dort ist es möglich einige Flügel der Fenster zu öffnen und zu fotografieren. Es geht noch eine weitere Etage hoch zu einer weiteren Plattform, die auf Höhe der Balkone liegt (direkt unterhalb der Uhr). Diese kann man leider nicht betreten, hinter den Türen befinden sich verglaste Wände, die jedoch nicht allzu sauber und erst recht nicht kratzfrei sind.
An Montagen ist der Aufstieg kostenfrei; die Treppenstufen sind jedoch sehr unregelmäßig und die Durchgänge teilweise recht klein.

Burg Wawel


Die Burg Wawel thront hoch über Krakau direkt am Rande der Weichsel. Einer Sage nach soll am Fuße der Burg ein Drache in einer Höhle gelebt haben. Regelmäßig forderte er vom König Opfer, sodass dieser demjenigen, der den Drachen töten würde, seine Tocher als Ehefrau und den Königstitel versprach. Nachdem viele Ritter gescheitert waren, nahm sich ein gewiefter Ritter ein Schaf und fütterte es mit jeglichem scharfen Essen, dass er finden konnte. Dieses Schaf setzte er dem Drachen als Köder vor, welcher das Schaf natürlich auch sofort verschlang. Durch das viele scharfe Essen bekam der Drache furchtbaren Durst, so dass er zur Weichsel lief und so viel Wasser trank, dass er irgendwann platzte.
Den Höhleneingang und eine Statue von dem Drachen finden sich am Fuße der Burg. Einige Teile der Burg sind frei zugänglich und kostenfrei zu besichtigen. Für andere Teile müssen Tickets erworben werden. Von der Burg aus hat man einen hübschen Blick über die Weichsel und man kann von dort aus zu wunderbaren Spaziergängen an der Weichsel entlang starten.

Free Walking Tour (Old Town)


Da Krakau weder im 1. noch im 2. Weltkrieg zerstört wurde, gibt es eine gut erhaltene Altstadt, über die es wahnsinnig viel zu erfahren gibt. Empfehlen kann ich da eine Free Walking Tour (an der ich auch schon in Amsterdam teilnahm), bei der man so viel Wissenswertes erfährt. Die Old Town Tour dauerte etwa 2 Std 30 Min und führte auch an der Marienkirche und den Tuchhallen vorbei; sie endete auf der Burg Wawel. Unser Guide war Mario und ich kann ihn nur empfehlen; er führte mit viel Witz durch die Stadt und sein Englisch war gut verständlich.
Weitere Informationen zu dieser Tour (und zu weiteren, wie z.B. durch das jüdische Viertel) finden sich hier.

Schindlers Fabrik


Am Montag Morgen war der Himmel bedeckt und es war etwas neblig. Keine guten Voraussetzungen für Sightseeing, so dass wir das Museum in den alten Fabrikhallen aus dem Film Schindlers Liste besuchten. Das Museum liegt nicht im Zentrum, ist aber mit der Straßenbahn zu erreichen; wenn die Unterkunft sich im jüdischen Viertel Kazimierz befindet, ist auch laufen möglich.
An Montagen ist der Eintritt in das Museum frei und durch das Wetter hatten wohl noch viele andere die Idee, das Museum zu besuchen, so dass wir zu Beginn erst etwas auf den Einlass warten mussten. Das Museum selbst beschäftigt sich weniger mit dem Film Schindlers Liste, sondern mehr mit der Situation des 2. Weltkriegs in Krakau im Allgemeinen. Ich fand das Museum sehr interessant und die Darstellung der Informationen sehr gelungen. Es hebt sich definitiv von klassischen Museen ab und ich würde jedem einen Besuch dort sehr empfehlen.
Die Informationstafeln sind auf Polnisch und Englisch geschrieben, bei Filmen kann man entweder die englische Sprache auswählen oder es gibt englische Untertitel.


Zalew Zakrzówek

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Zum Abschluss mein Geheimtipp: ein Fleckchen Natur am Stadtrand Krakaus. Der See Zakrzówek ist zu Fuß etwa 4km vom Zentrum entfernt. Alternativ kann man mit der Straßenbahn bis zur Haltestelle Kapelanka fahren und nur noch den Rest zum See laufen. Am See gibt es auf einem erhöhten Punkt eine natürliche Aussichtsplattform, von der man auf Krakau und vor allem auf die Burg schauen kann.
Bei dem See selbst handelt es sich um einen gefluteten Kalksteinbruch, weshalb sich auch die hübschen weißen Klippen ergeben. Auf den Bilder sehen die Klippen gar nicht so hoch aus, aber glaubt mir, das sind schon einige Meter. Um den See herum führen viele wilde Pfade und es ist nicht so recht zu erkennen, welche nun offiziell und welche einfach hineingetrampelt wurden.
Unten am See gibt es eine Tauchschule, denn das Wasser ist extrem klar und man kann in dem See zu versenkten Gegenständen hinabtauchen. Das Gelände der Tauchschule ist jedoch durch ein großes Tor abgesperrt.



In meiner Aufzählung fehlt nun noch das jüdische Viertel Kazimierz. Da wir dort unser Hotel hatten, liefen wir meist Abends durch das Viertel und aßen und tranken dort. Bei diesen Ausflügen hatte ich meine Kamera nie dabei, so dass ich euch von dort leider keine Fotos zeigen kann. Das Viertel ist aber auf jeden Fall sehenswert und bei meinem nächsten Besuch in Krakau würde ich dort an einer Free Walking Tour teilnehmen.


Weitere tolle Tipps zu Krakau findet ihr bei gogirlrun und Reiseaufnahmen. Ich habe beide Artikel leider erst nach meinem Aufenthalt gefunden, kann daher aber auch einen Großteil der Tipps bestätigen.


Ward ihr schon mal in Krakau?
Habt ihr noch weitere Tipps für einen Aufenthalt dort?

10 Kommentare:

  1. Ohh, das sieht ja wirklich klasse aus!
    In Krakau war ich bisher noch nie, aber die Stadt scheint definitiv einen Besuch wert zu sein! :)

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  2. Wow ein wirklich toller Travelguide. Krakau sieht sehr interessant aus, gerade die Burg finde ich richtig toll, dafür schlägt mein Herz einfach immer. Toll finde ich ja, dass man an bestimmten Tagen auch viele der Touristenattraktionen kostenfrei besichtigen kann. Gerade bei so kulturellen Dingen finde ich das eine schöne Sache, sodass man sich das auch mit nicht ganz so viel Budget leisten kann.

    Danke auch für deine liebe Antwort.
    Avery stört mich jetzt eigentlich gar nicht, es ist echt Meredith, wo ich mir schwer tue und Derek, der ist ja jetzt leider nicht mehr mit dabei, somit kann ich das nicht beurteilen xD.
    Wobei sie mir gerade deshalb so vertraut ist, weil die Synchronsprecherin halt auch die Werbungen spricht und die Vorschauen.
    Ah okay schade, wobei es glaube ich nach all den Staffeln schwer ist, die Qualität immer hoch zu halten, beim Finale erwarten Fans halt einfach auch einen Knaller.

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  3. Jap finde die Effekte auch ziemlich gut und wünsche dir somit viel Spaß bei den Filmen, die du dir anschaust. Auf Assasin's Creed bin ich auch zimelich gespannt, da zocke ich gerade das erste Spiel auf der Xbox und habe schon einige der Nachfolger zuhause.

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  4. Nein ich komme nicht direkt aus Krakau, aber aus Polen :) Danzig ist wunderschoen - ich liebe generell die polnische Ostsee und bin da jeden Sommer. ♥

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  5. krakau muss wirklich sehenswert sein. leider von uns aus mit dem auto sehr weit und man fliegt dann letztendlich meist doch wo anders hin. schade eigentlich. das fleckchen natur ist traumhaft und schindlers fabrik zu sehen bestimmt etwas besonderes. danke fürs mitnehmen :)

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  6. Also ich muss ja gestehen, ich mag sie, aber als Schauspielerin kommt sie definitiv nicht bei jedem an. Die Storyline klingt aber trotzde sehr interessant und zumindest in den Usa war die Serie einer der Überraschungshits, der dann ziemlich hohe Quoten eingefahren und auch schon sehr früh verlängert wurde. Muss also recht gut sein.

    Also ich schaue die Serie nicht, die ist mir ehrlich gesagt zu traurig, aber dafür meine Mum. Werde aber natürlich im November dann auch auf die neuen Folgen hinweißen.

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  7. Wollte dir nur kurz bescheid geben, dass ich diesen Beitrag von dir bei meinen Lieblingsklicks des vergangenen Monats verlinkt habe, fand ihn nämlich wirklich super und hoffe, ich kann dir damit eine Freude machen :)

    http://www.smalltownadventure.net/2016/10/lieblingsklicks-oktober.html

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  8. Hach, so eine wunderschöne Stadt! Ich war 2014 auf Kursfahrt dort und war erst echt genervt, dass wir mit dem Geschichts-Leistungskurs nach Polen fuhren, während Musik z.B. in Nizza war, aber in diese Stadt habe ich mich sofort verliebt. Alleine abends, wenn es dunkel geworden war, auf dem Marktplatz umherstreifen, war auch vier Tage in Folge immer wieder schön.

    Die beiden Legenden zu den Türmen der Kirche wurden uns auch erzählt, aber dass das Messer, mit dem der eine Bruder angeblich den anderen erstach, am Eingang der Tuchhallen hängt, wusste ich nicht.
    Mir war so, als hätten die Trompeten sogar jede Viertelstunde geblasen, aber sicher bin ich mir nicht mehr. Jedenfalls fand ich es damals witzig, dass da Tag und Nacht jemand trompetet.

    Auf der Burg Wawel waren wir auch, ebenso in Schindlers Fabrik. Was letztere betraf war ich völlig unbedarft, da ich den berühmten Film nie gesehen habe und er im Geschichtsunterricht bis dahin nicht wirklich thematisiert worden war. Ich fand die Führung dort sehr interessant und möchte immer nochmal ein Buch über ihn lesen. Die anderen Informationen über die Situation damals in Krakau kannte ich schon aus unserer Stadtführung durchs jüdische Viertel, die ebenfalls sehr interessant war.

    Weil ich gerade diese Touri-Kutschen sehe, die du auch fotografiert hast: In solchen sind wir damals auch gefahren, wenn wir grad nichts anderes zu tun hatten :D.

    Nach Krakau ging es für uns dann weiter nach Auschwitz, um dem Thema treu zu bleiben. Was übrigens ebenfalls eine sehr süße Stadt ist, denn es existiert neben der traurigen Berühmtheit Auschwitz-Birkenau ja auch noch das Städtchen, in dem die Menschen damals normal lebten.

    Ein sehr schöner Beitrag :). Ich glaube, ich behalte deinen Blog mal im Auge :), da ich in den letzten Jahren das Reisen für mich entdeckt habe und jetzt in der Uni auch zeitlich flexibler bin ^^.

    Liebe Grüße :),
    Charlie


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  9. Hey Antje,
    tolle Tipps zu Krakau! Am nachhaltigsten ist mir wohl der Wawel, Kazimierz und die vielen kleinen Clubs und Bars in Erinnerung geblieben. Okay, die Tuchhallen natürlich auch. Aber für mich war auf unserer Backpacking-Tour quer durch Polen damals Krakau die schönste aller besuchten Städte. Wir waren zwar auch im noch größeren Warschau, aber es konnte irgendwie nicht wirklich mithalten. Breslau und Posen waren zweifelsohne auch toll - aber es kam einfach nichts an Krakau ran. Daher auch von mir ein klarer Reisetipp! ;-)
    Viele Grüße,
    Mario

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...Antje, 26 Jahre alt aus Hannover.
Mit dem Rucksack auf dem Rücken und der Kamera in der Hand liebe ich es neue Orte und Gegenden zu entdecken.
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